6/22/2026

Einfuhrumsatzsteuer einfach erklärt: Import aus China und Nicht-EU-Ländern

Einfuhrumsatzsteuer einfach erklärt: Import aus China und Nicht-EU-Ländern

Einfuhrumsatzsteuer einfach erklärt: Import aus China und Nicht-EU-Ländern

Was ist die Einfuhrumsatzsteuer?

Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) ist eine Steuer, die beim Import von Waren aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland anfällt. Sie ähnelt der normalen Mehrwertsteuer und wird erhoben, damit importierte Waren steuerlich genauso behandelt werden wie Produkte, die innerhalb Deutschlands gekauft werden.

Besonders relevant ist die Einfuhrumsatzsteuer für:

Wer Waren aus China, den USA oder anderen Nicht-EU-Staaten importiert, sollte die Regeln genau kennen.


Wann fällt Einfuhrumsatzsteuer an?

Die Einfuhrumsatzsteuer entsteht immer dann, wenn Waren aus einem Nicht-EU-Land nach Deutschland eingeführt werden.

Typische Beispiele:

  • Import aus China

  • Import aus den USA

  • Warenlieferungen aus Großbritannien

  • Bestellungen aus der Schweiz

Sobald die Ware den deutschen Zoll passiert, kann Einfuhrumsatzsteuer fällig werden.


Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer?

Die Höhe der Einfuhrumsatzsteuer richtet sich grundsätzlich nach dem deutschen Mehrwertsteuersatz.

In Deutschland gelten:

  • 19 % reguläre Mehrwertsteuer

  • 7 % ermäßigter Steuersatz

Welcher Steuersatz angewendet wird, hängt von der importierten Ware ab.


Wie wird die Einfuhrumsatzsteuer berechnet?

Die Berechnung erfolgt auf Grundlage des sogenannten Zollwerts.

Die Formel lautet:

Einfuhrumsatzsteuer = Zollwert × Steuersatz

Zum Zollwert gehören häufig:

  • Warenwert

  • Versandkosten

  • Versicherungskosten

  • Zollgebühren

Beispiel

Ein Unternehmen importiert Ware aus China.

  • Warenwert: 1.000 €

  • Versandkosten: 100 €

  • Zoll: 50 €

Zollwert:

1.000 € + 100 € + 50 € = 1.150 €

Bei einem Steuersatz von 19 % ergibt sich:

1.150 € × 19 % = 218,50 € Einfuhrumsatzsteuer.


Unterschied zwischen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer

Viele Unternehmer verwechseln Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.

Zoll

Zoll ist eine Abgabe auf bestimmte importierte Waren.

Einfuhrumsatzsteuer

Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht im Wesentlichen der deutschen Umsatzsteuer auf importierte Waren.

Beide Abgaben können gleichzeitig anfallen.


Import aus China nach Deutschland

China gehört zu den wichtigsten Importländern deutscher Unternehmen.

Beim Import aus China sollten Unternehmen folgende Punkte beachten:

Besonders E-Commerce Unternehmen sollten ihre Importkosten genau kalkulieren.


Einfuhrumsatzsteuer bei Amazon FBA

Viele Amazon FBA Händler importieren Waren direkt aus China.

Dabei entstehen häufig:

Eine korrekte Buchhaltung ist deshalb besonders wichtig.


Dropshipping und Einfuhrumsatzsteuer

Auch beim Dropshipping können steuerliche Verpflichtungen entstehen.

Entscheidend ist:

  • Wo befindet sich der Lieferant?

  • Wo befindet sich der Kunde?

  • Wer importiert die Ware?

Gerade bei Lieferanten aus China sollten Dropshipping Händler die steuerlichen Folgen genau prüfen.


Kann die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abgezogen werden?

Ja. Unternehmen können die gezahlte Einfuhrumsatzsteuer häufig als Vorsteuer geltend machen.

Voraussetzungen:

  • Unternehmen ist zum Vorsteuerabzug berechtigt.

  • Einfuhrbelege liegen vor.

  • Die Ware wird für unternehmerische Zwecke genutzt. q

Dadurch wird die Einfuhrumsatzsteuer für viele Unternehmen zu einem durchlaufenden Posten.


Welche Nachweise werden benötigt?

Für den Vorsteuerabzug sollten Unternehmen folgende Unterlagen aufbewahren:

  • Zollbescheide

  • Rechnungen

  • Einfuhrbelege

  • Versandnachweise

  • Zahlungsnachweise

Eine lückenlose Dokumentation ist wichtig für spätere Steuerprüfungen.


Einfuhrumsatzsteuer in der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Die gezahlte Einfuhrumsatzsteuer kann in der Umsatzsteuer-Voranmeldung berücksichtigt werden.

Dadurch reduzieren Unternehmen häufig ihre tatsächliche Steuerbelastung.

Eine korrekte Buchführung ist dabei entscheidend.


Häufige Fehler beim Import vermeiden

Einfuhrkosten falsch kalkulieren

Viele Unternehmen berücksichtigen Zoll und Steuern nicht ausreichend.

Belege nicht aufbewahren

Fehlende Unterlagen erschweren den Vorsteuerabzug.

Falsche Zolltarifnummer verwenden

Dies kann zu Nachzahlungen führen.

Vorsteuerabzug vergessen

Dadurch verschenken Unternehmen bares Geld.

Importvorschriften ignorieren

Gerade bei bestimmten Waren gelten zusätzliche Regelungen.


Warum die Einfuhrumsatzsteuer wichtig ist

Die Einfuhrumsatzsteuer beeinflusst:

  • Produktpreise

  • Gewinnmargen

  • Buchhaltung

  • Liquidität

  • Steuerplanung

Unternehmen sollten daher bereits vor dem Import die entstehenden Kosten genau berechnen.


Fazit

Die Einfuhrumsatzsteuer ist ein zentrales Thema für Unternehmen, die Waren aus Nicht-EU-Ländern importieren.

Besonders wichtig sind:

  • korrekte Berechnung

  • vollständige Dokumentation

  • Vorsteuerabzug

  • Zollvorschriften

  • saubere Buchhaltung

Wer die Regeln kennt und seine Unterlagen sorgfältig führt, kann steuerliche Risiken vermeiden und Importgeschäfte effizient gestalten.